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Spartan Race Trifecta in Finowfurt

Lesedauer: 10 Min.
Wieso eine Distanz laufen, wenn man Drei hintereinander laufen kann?

2017 lief ich mein erstes Spartan Race in Berlin. Damals in einem großen Team mit 11 Leuten. Es hat super viel Spaß gemacht und die Spartan Serie ist mit einer der herausfordernsten Hindernisläufe, die ich mitgemacht habe.

Anfang 2019 sah ich zufällig Werbung von der Spartan Weltmeisterschaft in Sparta und ich dachte mir, da möchte ich dabei sein. Leider kann man sich für dieses Event nicht direkt registrieren, sondern muss vorher eine Trifecta erlaufen. Das bedeutet innerhalb von einem Jahr muss man alle drei Distanzen (Sprint, Super und Beast) bewältigt haben, um in Sparta an den Start gehen zu dürfen. Ich schaute mir daraufhin die Events der Serie an und stellte fest, dass im September in Finowfurt alle drei Distanzen an einem Wochenende angeboten wurden (das sog. Trifecta-Weekend) und nicht nur das. Man konnte alle drei Läufe an einem Tag absolvieren. Wer mich kennt weiß, dass ich solche Herausforderungen liebe und schon war ich direkt im Anmeldefenster und für dieses Event registriert.

Insgesamt hieß es nun also 39 km und 75 Hindernisse zu bewältigen. Über die Distanz machte ich mir weniger sorgen. Die Hindernisse bereiteten mir schon eher kopfzerbrechen, da man bei den Hindernissen nur einen Versuch hat und sollte dieser misslingen, musste man stattdessen 30 Burpees absolvieren, bevor man den Lauf fortsetzen durfte. 30 Burpees alleine sind ja schon eine große Herausforderung aber davon auch noch viel mehr absolvieren zu müssen, war keine schöne Aussicht. Dazu kam noch ein gewisser Zeitdruck, da bestimmte Startzeiten eingehalten werden mussten. So hatte ich für den Beast (21 km, 30 Hindernisse) rund 3 Stunden Zeit, für den Super (13 km und 25 Hindernisse) rund 2 Stunden und für den Sprint (5 km und 20 Hindernisse) gab es dann zum Glück keine Schlusszeit.

Die Anreise und Organisation vor Ort war echt super, man kam schnell auf den Parkplatz und konnte von dort schnell zum Anmeldezeit gelangen. Bei Abbholung der Unterlagen schauten die Helfer schon etwas skeptisch, da sie die Startzeiten doch sehr knapp bemessen fanden. Sie wünschten mir viel Erfolg und so sammelte ich an jedem Stand meine Unterlagen für die jeweilige Distanz ein. Zum Glück parkte mein Auto direkt neben dem Startbereich. So konnte ich nach jedem Rennen direkt zum Auto, den neuen Chip und die neue Startnummer holen und geich wieder zum Startblock gelangen.

Um 9:15 Uhr war es dann endlich soweit und ich durfte mit vielen anderen Läufer auf die längste Distanz, den Beast, starten. Schon nach 200m erwartet uns das erste Hindernis und es hieß unter Stacheldraht lang zu kriechen.

Danach ging es weiter. Zuerst auf befestigten Boden, bevor es dann langsam auf Waldboden überwechselte. Leider hatte es geregnet und der Morgentau machte die Kletter- und Balancehindernisse dadurch sehr rutschig. Dies war tatsächlich eine zusätzliche Herausforderung, weil so natürlich der eine Versuch noch schwieriger wurde.

Tatsächlich musste ich dann beim Twister auch direkt in die Burpeezone und durfte mit vielen gemeinsam die ersten 30 Burpees des Tages absolvieren.

Ich kam bei dem Rennen sehr gut durch. Der Boden war nun überwiegend sandiger Waldboden, was die Oberschenkel schon sehr gut forderte. Auch beim Spartan Race Berlin war es, wie bei anderen Hindernisläufen, die meisten Hindernisse warteten am Ende, damit die Zuschauer möglichst viel zu sehen bekamen. Die Zeit war sehr gut kalkuliert, denn ich kam nach 2:40 Minuten ins Ziel und hatte so noch etwas Zeit kurz um Auto zu gehen, die neuen Unterlagen zu holen und mich kurz zu erholen, bevor es in den Super ging.

Beim Super lernte ich während des Laufs Daniel kennen. Da wir schon eine zeitlang nebeneinander liefen entschieden wir uns gemeinsam weiterzulaufen. Ich konnte seine Unterstützung bei den Hindernissen gut gebrauchen, um weitere Burpees zu vermeiden. Mittlerweile hatte ich schon 120 Stück in den Beinen. Ich konnte Daniel beim laufen unterstützen, bzw. ziehen, da er schon schwere Waden hatte. Zu zweit läuft es sich doch immer gleich viel einfacher.

Meine Beine wurden langsam schwerer. Die Hindernisse wurden für mich jedoch immer herausfordernder, da meine Kraft langsam zu schwinden begann und das Wetter weiterhin unbeständig war. Mal schien die Sonne, doch zwischendurch regnete es auch immer mal wieder. Die Hindernisse unterschieden sich auf den Distanzen nicht, was bedeutete, dass ich die meisten Hindernisse nun kannte und wusste was auf mich zu kam. Zum Ende des Super mussten Daniel und ich uns ein bisschen spurten, da die Zeit zu unserem Startblock in den Sprint immer knapper wurde. Auf der Strecke war es nun auch deutlich voller und an manchen Hindernissen bildeten sich Schlangen. Wir fragten dann, ob wir vor dürfen, da wir die Trifecta laufen und zum Glück hat keiner gemeckert und wir durften ohne Probleme bei den Hindernissen gleich vorne hin und danach schnell weiterrennen.

Wir schafften es gerade so in unseren Startblock und waren froh, dass wir nun nicht mehr gegen die Zeit laufen mussten, sondern uns so viel Zeit nehmen konnten, wie wir brauchten. Der Regen wurde nun auch heftiger und so wurde es sogar an den Wänden nun schwierig hochzukommen, ohne Hilfe ging hier bei mir leider gar nichts mehr. Die Schuhe rutschten und die Arme und Beine waren deutlich erschöpft. Noch ein letzter Sprung über das Feuerhindernis und es hieß:

TRIFECTA! Wir hatten es geschafft. Die TRIFECTA war sicher und damit auch meine Reise zur Weltmeisterschaft nach Sparta. Aroo! Nach dem Lauf hab ich mich erstmal kurz erholt und umgezogen. Dabei traf ich Volker, den ich vom 24 Stunden Mud Master kenne, wieder. Das war eine Überraschung. Gemeinsam stellten wir uns nun alle am Zelt an, um unsere verdienten Medaillen abzuholen. Manche Sportler erhielten ihre Finisher-Medaille für das gesamte Jahr, da Berlin eine Art Abschluss der Serie bildet. Manche hatten hier 8, 9 oder sogar 14 Trifectas in einem Jahr erlaufen. Was für eine unvorstellbare Leistung. Hut ab!

Als Erkenntnis aus diesem Rennen bleibt für mich, dass man schon sehr spezifisch für einen Hindernislauf trainieren muss, wenn man Burpees vermeiden möchte. Die Distanz und einfache Hindernisse sind jedoch kein Problem.

Ich hoffe mein Bericht zum Spartan Race in Finowfurt hat euch gefallen!? Den nächsten gibt es dann nach dem Trifecta-Wochenende in Sparta.